Eingewöhnungskonzept in der Kita Kastanie

 

Die Grundlage dafür, dass das Kind die Bildungsmöglichkeiten der Kindertagesstätte nutzen kann, wird in der Eingewöhnungszeit in Abstimmung mit den Personensorgeberechtigten geschaffen. Bei der Eingewöhnung im Krippenalter ist es wichtig, das Bindungsverhalten des Kindes genau zu beobachten und professionell darauf zu reagieren. Bei der Eingewöhnung im Kindergartenalter muss sichergestellt werden, dass das Kind eine verlässliche Beziehung zu seiner Erzieherin, seinem Erzieher sowie eine positive emotionale Verbindung zu anderen Kindern der Gruppe aufbauen kann.

Mit der Anmeldung der Kinder in der Kindertageseinrichtung wird ein erster Beitrag zum Beziehungsaufbau geleistet. Die Eltern erhalten Informationen zum Konzept der Kita sowie zur Eingewöhnung und haben die Möglichkeit, mit einem Rundgang durch die Kita einen ersten Eindruck zu gewinnen. Den Eltern wird das Konzept erläutert und die Möglichkeit eines weiteren Austausches über die Inhalte angeboten. Auf Wunsch können auch Hospitationstermine vereinbart werden. Ein intensiver Austausch über die Vorstellungen und Bedürfnisse der Eltern sowie des Kitakonzepts ist von großer Bedeutung für die Qualität der Aufnahme des Kindes in die Kita und der weiteren Zusammenarbeit.

Bevor die eigentliche Eingewöhnung mit dem Kind beginnen kann findet ein Informationsgespräch mit den Eltern oder einer anderen Bezugsperson statt. In diesem Gespräch werden grundlegende Informationen die das Kind betreffen
gesammelt, um mit möglichst viel Vorwissen rund um das Kind, in die praktische Eingewöhnung zu gehen. Die Eltern werden in diesem Gespräch ausführlich über den Verlauf der Eingewöhnung informiert und erfahren, wie ihre Rolle in der Zeit der Eingewöhnung aussieht, bzw. wie sie sich wann und wie verhalten sollten. Mit der Leitung der Tageseinrichtung wird festgelegt ab wann und durch welche Person das Kind eingewöhnt wird.

 

Die Eingewöhnung gliedert sich in drei Abschnitte:

a)      Grundphase

In der Grundphase haben die Vorgespräche mit den Eltern bereits stattgefunden. Eine feste Bezugsperson wurde festgelegt (z. B. Vater, Mutter oder eine andere Person, die in einem sicheren Bindungsverhältnis zu dem Eingewöhnungskind steht). Die Bezugsperson und das Kind kommen am ersten Tag für eine Stunde in die Kita und halten sich dort im Gruppenraum auf. Die Bezugsperson nimmt eine passive, beobachtende Rolle ein. Aus dieser Rolle heraus wird das Kind nicht gedrängt sich zu entfernen. Vielmehr stellt die Begleitperson einen fixen Punkt da, durch den das Kind sich in der neuen Umgebung absichert und orientiert. Der/Die eingewöhnende Erzieher*in tritt, je nach Einschätzung der Situation behutsam (nicht drängend) in Kontakt mit dem Kind und es können z. B. Spielangebote gemacht werden. Eine der Hauptaufgaben für den/die Erzieher*in ist es, das Verhalten zwischen Bezugsperson und Kind zu beobachten, um Informationen zur Art der Bindung (zwischen Kind und Bezugsperson) zu erhalten. Nach einer Stunde verlassen das Eingewöhnungskind und die Bezugsperson dann die Einrichtung.

Innerhalb der Grundphase, die max. 5 Tage dauern sollte, gestalten sich die folgenden Tage wie der erste. Abweichend vom ersten Eingewöhnungstag kann die Aufenthaltsspanne des Kindes und die der Begleitperson ausgedehnt werden, um einer Spielentwicklung sowie der Annäherung von Erzieher*in und Eingewöhnungskind mehr Raum zu geben.

In dem ersten Teil der Grundphase sollte die begleitende Bezugsperson pflegerische Maßnahmen (u. a. Wickeln) im Beisein der Eingewöhnungserzieherin ausführen. So wird dem Kind deutlich, dass auch diese Aktionen zum Kitaalltag gehören. Durch die Anwesenheit  der Bezugserzieherin findet für das Kind eine Verknüpfung mit der jeweiligen Tätigkeit und dem/der noch wenig vertrauten Erzieher*in statt.

b)      Trennungsversuch

Zum Ende der Grundphase findet ein erster Trennungsversuch statt. Am Tag des ersten Trennungsversuchs wird das Eingewöhnungskind von der Bezugsperson in den Gruppenraum begleitet. Nach einem angemessenen (eher kurzen) Zeitraum verabschiedet sich die Bezugsperson beim Kind und verlässt den Raum, bleibt aber in der Nähe. Die Reaktionen des Kindes darauf lassen erste Rückschlüsse über die weitere Dauer der Eingewöhnung zu. Beschäftigt sich das Kind weiterhin ohne dabei verstört zu wirken oder weint es nur kurz und lässt sich von dem/der Eingewöhnungserzieher_in trösten, kann die erste Trennung auf ca. 30 Minuten ausgedehnt werden. Wirkt das Kind nach dem Weggang verstört und ist nicht zu trösten, wird die Bezugsperson umgehend zurück in den Raum geholt. Eine weitere Trennung findet frühestens am folgenden Tag statt. Abhängig davon, wie sich der Umgang mit der Trennung entwickelt und wie sich das Kind mit Belastungssituationen in der Kita auseinandersetzt, lässt sich spätestens jetzt ein Trend erkennen, ob die Eingewöhnung bald in die Schlussphase gehen kann oder ob noch etwas mehr Zeit in der Grundphase benötigt wird. Mit der gelingenden Trennung kann die Dauer der Trennungszeit in den folgenden Tagen erweitert werden.

Gelingt die Trennung trotz ausgedehnter Grundphase nicht, wird mit der Bezugsperson ein Termin vereinbart, um im Gespräch mögliche Gründe zu erörtern. Abhängig vom Ergebnis können dann Lösungsansätze gesucht und ausprobiert werden.

c)      Schlussphase

Gelingt es dem Kind zunehmend besser seine Zeit in der Kita zu verbringen (positive Indikatoren sind z. B.: das  Kind lässt sich von dem/der Bezugserzieher_in wickeln, füttern und bietet sich als Spielpartner an), kann auf die Anwesenheit der Bezugsperson in der Einrichtung verzichtet werden. Während dieser Phase hält sich die Bezugsperson nicht mehr in der Kita auf, muss aber jederzeit erreichbar sein. In der Schlussphase kann es durchaus
zu Situationen kommen, in denen die Bezugsperson das Kind „auffangen“ muss. Wichtig ist, dass die/der Erzieher*in die Bezugsperson tatsächlich hinzuholt, wenn sich das Eingewöhnungskind nicht beruhigen lässt. Das Hinzuholen der Bezugsperson ist kein Zeichen für pädagogische Inkompetenz, im Gegenteil – der/die Erzieher*in handelt so zum Wohl des Kindes und unterstützt den Eingewöhnungsprozess durch Vertrauensbildung.

Die Schlussphase gilt als beendet, wenn sich das Kind nach der Verabschiedung der Bezugsperson von dem/der Bezugserzieher_in nachhaltig trösten lässt und dem Tagesverlauf in der Kita ungehemmt, angstfrei sowie interessiert folgt. Unabhängig vom Verlauf der Eingewöhnung wird ca. 8 Wochen nach Eingewöhnungsbeginn ein Abschlussgespräch mit den Sorgeberechtigten stattfinden.

Sollte das Kind bereits älter oder mit der Einrichtung vertraut sein (z. B. durch Geschwisterkinder) sowie klare Versuche zeigen, mit Belastungssituationen eigenständig fertig zu werden, kann die Zeitspanne der drei
Eingewöhnungsphasen, in Absprache mit der eingewöhnenden Bezugsperson, individuell verkürzt werden.